"Chancen für die Vielfalt" - Interkulturelle Kompetenz erlernen
Unsere Motivation
Seit über 20 Jahren gehört es zu den Aufgaben der Jugendmigrationsdienste, Mitarbeiter*innen anderer Fachdienste, Behörden und Einrichtungen sowie Jugend- und Erwachsenengruppen durch Interkulturelle Trainings - etwa in Form von Fortbildungen, Workshops und Schulungen - für interkulturelle Fragestellungen zu sensibilisieren. Dabei werden erste Interkulturelle Kompetenzen vermittelt und zugleich wichtige Impulse für die Interkulturelle Öffnung (IKÖ) der eigenen Einrichtung gesetzt.
Mit unserem Fortbildungs- und Trainingskonzept "Chancen für die Vielfalt" tragen wir als Träger des Jugendmigrationsdienstes Kassel diesem Auftrag Rechnung. Unsere JMD-Mitarbeitenden haben sich langjährig zu Interkulturellen Trainer*innen weitergebildet und besitzen vielfältige Erfahrungen in der Konzeption und Durchführung Interkultureller Trainings - in unterschiedlichen Kontexten und mit unterschiedlichen Gruppen.
Wieso ein Interkulturelles Training?
Im Einwanderungsland Deutschland leben Menschen miteinander, die kulturell unterschiedlich geprägt sind. Jeder Mensch hat seine eigene z.B. durch geographische, ethnische oder religiöse Zugehörigkeit bestimmte Geschichte. Doch auch der Kolonialismus und unsere historische Vergangenheit (wie der Nationalsozialismus oder die Teilung Deutschlands) haben ihre Auswirkungen auf die Menschen und beeinflussen uns soziokulturell bis heute.
In privaten Begegnungen oder beruflichen Umgebungen können diese Prägungen zu Situationen führen, die von Unsicherheit, Missverständnissen bis hin zu Konflikten gekennzeichnet sind. Für ein gelingendes Miteinander (im Zwischenmenschlichen oder im schulisch/ professionellen Bereich) ist ein bestimmtes Maß an Interkultureller Kompetenz unverzichtbar. Interkulturelle Kompetenz ermöglicht den Umgang mit Diversität. Hier wird Vielfältigkeit positiv wahrgenommen und anerkannt.
Ziele eines Interkulturellen Trainings
Die Teilnehmenden eines Interkulturellen Trainings sollen schrittweise zum Erwerb Interkultureller Kompetenz geführt werden, indem sie Fähigkeiten und Fertigkeiten trainieren, die ihnen den Umgang Menschen aus anderen Kulturkreisen erleichtern/ ermöglichen. Dieser Aneignungsprozess geschieht, in dem die Teilnehmenden ...
- sich Basiswissen rund um das Einwanderungsland Deutschland aneignen
- sich mit den Auswirkungen des (deutschen) Kolonialismus befassen
- ihre kulturelle Selbstwahrnehmung reflektieren
- soziale und kulturelle Verschiedenheiten erkennen und verstehen
- ihre Sensibilität und Empathie für interkulturelle Aspekte schulen
- sich mit verschiedenen Werten und Normen und dem eigenen Urteil auseinandersetzen
- sich mit den Termini Achtung, Toleranz und Respekt befassen
- Anregungen zum Überdenken eigener Vorurteile und Stereotype gegenüber Angehörigen anderer Gruppen, Kulturkreise und Nationen bekommen
- negative Auswirkungen von Vorurteilen und Diskriminierung erkennen und aus der Perspektive der Minderheiten wahrnehmen lernen
Unser Trainingskonzept ist modular aufgebaut. Am Ende jedes Moduls steht der Anspruch, eine erste interkulturelle Sensibilisierung und Wissensvermittlung bewirkt zu haben.
Zeitlicher Umfang
Die Trainingseinheiten können von der zeitlichen Dauer (und den Inhalten) her variiert und der jeweiligen Zielgruppe angepasst werden. Wir empfehlen einen Umfang von mindestens fünf Zeitstunden pro Modul für Jugendliche und junge Erwachsene sowie mindestens acht Zeitstunden (ein Tag) für professionelle Akteure und Ehrenamtliche.
Wer kann an einem Interkulturellen Training teilnehmen?
- Professionelle Akteure und Ehrenamtliche
(z.B. Erzieher*innen, Lehrer*innen, Sozialpädagog*innen/ Sozialarbeiter*innen; Mitarbeiter*innen in Behörden, sozialen Institutionen, Versicherungen, der Kommunalverwaltung wie Jugendamt, Sozialamt, Jobcenter, ABH etc.; Studierende und Mitglieder von Vereinen und Verbänden sowie Ehrenamtliche und Freiwilligeninitiativen) - Jugendliche und junge Erwachsene
(z.B. Schüler*innen ab der 8. Klasse, Teilnehmer*innen aus Bildungsmaßnahmen, Firmlinge und Konfirmand*innen und Besucher*innen von Jugendverbänden, Jugendzentren, Jugendclubs, Sportvereinen etc.)