URL: www.caritas-kassel.de/pressemitteilungen/klimaschutz-und-soziale-fragen-muessen-zukuenftig-/1240671/
Stand: 24.11.2014

Pressemitteilung

Stromspar-Check

Klimaschutz und soziale Fragen müssen zukünftig stärker Hand in Hand gehen

Unter dem Motto "Zeit zu handeln: Eine Energiewende für alle" haben heute in Berlin das Bundesumweltministerium, der Deutsche Caritasverband (DCV) und der Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) das zehnjährige Jubiläum des erfolgreichen Sozial- und Klimaschutzprojektes "Stromspar-Check Kommunal" begangen. Der Stromspar-Check wird seit zehn Jahren im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative vom Bundesumweltministerium gefördert. Das Projekt verknüpft arbeitsmarkt-, sozial- und klimapolitische Ziele miteinander. Bislang wurden rund 300.000 Haushalte beim Stromspar-Check beraten. Pro Beratung wird die Umwelt um rund zwei Tonnen CO2 entlastet.

DCV und eaD rufen dazu auf, bei der Umsetzung von Energiewende und Klimaschutz die Bürgerinnen und Bürger stärker als bisher in die Lage zu versetzen, mit eigenen Effizienz- und Einsparmaßnahmen die persönlichen Energiekosten reduzieren zu können. Dies gelte umso mehr für Haushalte mit geringem Einkommen. Der Stromspar-Check sei ein gutes Beispiel dafür, wie Klimaschutz und soziale Fragen Hand in Hand gehen können.

Peter Neher: "Hilfe für Langzeitarbeitslose

"Der Stromspar-Check ist ein wichtiges Präventionsprogramm gegen Energiearmut. Viele Menschen können hohe Stromrechnungen und vor allem Nachschlagszahlungen nicht bezahlen. "Von Energiearmut sind vor allem Haushalte mit niedrigen Einkommen oder Grundsicherungsempfänger betroffen", sagte der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Prälat Dr. Peter Neher. "Wenn die Wohnung dunkel oder der Herd kalt bleibt, weil der Strom abgestellt wurde, wird schnell deutlich wie existentiell die Energieversorgung ist." Zudem gibt der Stromspar-Check den Menschen eine Perspektive: "Durch die Schulungen und die eigenständige Durchführung von Beratungen finden langzeitarbeitslose Menschen wieder eine sinnvolle Beschäftigung und auch eine Chance auf dem Arbeitsmarkt."

Michael Geißler: "Mehr gemeinsame Antworten"

Der eaD-Vorstandsvorsitzende Michael Geißler betonte, dass Klimaschutzmaßnahmen nur wirken können, wenn die Akzeptanz in der Bevölkerung vorhanden ist. "Auf soziale Fragen und Fragen des Klimaschutzes muss es zukünftig mehr gemeinsame Antworten geben. Das eine ist ohne das andere nicht denkbar", sagte Geißler. Und weiter: "Im Projekt Stromspar-Check ist es gelungen, die Wirksamkeit von Energieeffizienz und Energiesparen und damit die Sinnhaftigkeit von Klimaschutz ganz konkret zu vermitteln."

Über 700.000 Menschen beim Energiesparen unterstützt

Der Stromspar-Check wurde 2009 erstmals in zahlreichen Kommunen umgesetzt. Heute sind sogenannte Stromsparhelfer an über 150 Standorten in ganz Deutschland vertreten. Sie haben bisher über 700.000 Menschen in ihren Wohnungen besucht, vor Ort zum Energiesparen beraten und kostenlos Energiesparartikel im Wert von rund 20 Millionen Euro installiert. Außerdem wurden 13.000 Wertgutscheine in Höhe von 150 Euro zum Austausch von ineffizienten Kühlgeräten gegen neue A+++-Geräte eingelöst.

Durch diese Maßnahmen konnten in Haushalten mit geringem Einkommen - überwiegend Bezieher von Arbeitslosengeld II, Wohngeld oder Sozialhilfe - Einsparungen in Höhe von insgesamt 300 Millionen Euro ausgelöst werden. Die CO2-Einsparungen summieren sich mittlerweile auf rund 500.000 Tonnen. Die Kosteneinsparungen pro Haushalt liegen zwischen 100 und 250 Euro pro Jahr.
In dem Gemeinschaftsprojekt von DCV und eaD sind bundesweit derzeit gut 1.000 Stromsparhelfer tätig, die über örtliche Träger in Kooperation mit den Jobcentern beschäftigt und betreut werden. Das Dienstleistungsnetzwerk des eaD ist u.a. für die Schulungen der Stromsparhelfer sowie die Auswertung der Energie- und CO2-Einsparungen zuständig.
Bei einem Stromspar-Check erfassen die Stromsparhelfer im Rahmen von zwei Besuchen in der Wohnung die Energieverbräuche und das Verbrauchsverhalten und geben auf Basis dieser Analyse Tipps zum Energiesparen. Sie installieren außerdem kostenlos energiesparende Leuchtmittel, schaltbare Steckerleisten oder Strahlregler für den Wasserhahn.

Pressekontakte

Nicola Buskotte, Deutscher Caritasverband e.V., Tel.: 0221 2010-120, nicola.buskotte@caritas.de, www.stromspar-check.de Dr. Oliver Bätz, Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) e.V., Tel.: +49 (0)30 / 29 33 30-66, info@energieagenturen.de, www.energieagenturen.de

Copyright: © Caritasverband Nordhessen-Kassel e.V.  2018